es ist immer ein wenig glück nötig, wenn man einen abend auf einer schwulenparty verbringt. es gibt die immer gleichen rituale des tanzens, trinkens, baggerns. die ganze unerfüllte sehnsucht, die in der luft liegt. ich tanze, genieße es, oft schließe ich die augen. ich tanz auch mal für eine weile mit einem, aber es ist nur ein tanz, e ist heiß, macht spaß, ich schwitze, die raucher sitzen hinter plexiglas, wie seltsame fische, ich sitze davor und schaue ihnen zu, p. meint ich säße da so einsam, dabei amüsiert es mich. ich schau mir den rummel an, dann spring ich kurz ne runde aufs tanzkarussel. dann ist show, zwei drag-queens performen eine nummer zu "like a virgin", wenig neues, dann steigt dieser beeindruckende mensch kaey tering auf die bühne und singt mit seiner tiefen stimme "back to black" und ist dabei ganz wahrhaftig und es ist zu spüren, wie irritiert die massen sind, weil ja sonst alles mehr schein als sein ist und wie wenig dinge wie talent, begabung, bedeuten können, wenn es eben nicht um die große show geht. da steht jemand und singt ein lied. singt und fühlt es. wenn er kein kleid und makeup tragen würde, schauten am ende noch weniger zu. die plattform, die kurz darauf wieder von den möchtegern-dragqueens bevölkert wird. viele meinen, sie werfen sich in den fummel und das wärs dann. ein fummel kann aber nicht sprechen, er sagt zwar, ich bin hier, schaut mich an, aber darüber hinaus bringt für mich die ganze nummer nur was, wenn auch der mensch zum vorschein kommt. zum playback die lippen bewegen find ich öde.
ich wünsch mir mehr performer wie kaey und ich wünsch mir mehr bühnen für sie und für mich.
halb fünf verlasse ich den laden, der junge mann an der garderobe lächelt sehr freundlich "komm gut nach hause"